Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Noch stärker zusammenarbeiten

Foto: Ernst Mettlach
Bischof Ackermann (links) überreicht am Buß- und Bettag als Geschenk ein Evangeliar an Präses Rekowski.

Noch stärker zusammenarbeiten

Von: Judith Rupp | 3. Dezember 2017
Am Buß- und Bettag: Das Bistum Trier und die rheinische Kirche haben ein gemeinsames „Wegzeichen“ unterschrieben.

Die Frage nach der Zukunft der Ökumene nach dem Ende des Gedenkjahres 500 Jahre Reformation hat im Mittelpunkt des ökumenischen Buß- und Bettagsgottesdienstes am 22. November in der Evangelischen Kirche zum Erlöser (Konstantin-Basilika) in Trier gestanden.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, und der Trierer Bischof Stephan Ackermann, die den Gottesdienst vor rund 450 Gläubigen gemeinsam gestalteten, unterzeichneten dabei ein „Ökumenisches Wegzeichen“. Darin bekräftigen rheinische Kirche und Bistum Trier ihren Willen, das gewachsene Miteinander der Konfessionen weiter zu vertiefen.

Den Kirchengemeinden werden konkrete Empfehlungen zur Ausgestaltung der Ökumene gegeben. Sie werden aufgefordert, das geistliche Miteinander zu intensivieren und fest im Alltag zu verankern.

Wenn es sinnvoll und möglich sei, könnten Kirchen und Gemeindehäuser gemeinsam genutzt werden. Beide Seiten wollen die ökumenische Bildung sowie die konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht intensivieren. Den christlichen Glauben wollen sie zunehmend gemeinsam öffentlich bezeugen, auch mit den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Südwest.

Bistum und rheinische Kirche verpflichten sich auch, den aktuellen gesellschaftlichen Problemen gemeinsam zu begegnen – der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, den Flucht- und Migrationsbewegungen sowie neu aufkommendem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Initiativen und Gruppen, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, sollen gefördert werden. In der Flüchtlingsarbeit will man eng zusammenarbeiten; Begegnung und Austausch mit dem Judentum sowie der Dialog mit den Muslimen sollen intensiv fortgesetzt werden.

Erstmals in der langen Tradition der ökumenischen Buß- und Bettagsgottesdienste in Trier hielten sowohl der Bischof wie der Präses eine Predigt.

Durch das Gedenkjahr habe „die ökumenische Verbundenheit einen gehörigen Schub bekommen“, betonte Ackermann. Wenn die Formel von der „versöhnten Verschiedenheit“ bloß ein schön klingender Ausdruck für den Status quo bleibe, sei das eine ökumenische Kapitulationserklärung, sagte er in Anlehnung an ein Zitat des früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert.

Die katholischen Bischöfe sieht er in der „dringenden pastoralen Verantwortung“ auf der Suche nach Antworten für konfessionsverschiedene Ehen und die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie.

Schließlich müsse es um einen Perspektivwechsel in der Ökumene gehen. Er verstehe darunter, „dass wir uns als evangelische und katholische Christen letztlich in allem, was wir unternehmen, fragen, wie dies unsere Mitchristen der jeweils anderen Konfession sehen und einschätzen“.

Ackermann überreicht Geschenk zum Gedenkjahr

Auch Präses Rekowski sprach sich für einen Sinneswandel in der Ökumene aus. „Nachfolge Christi geht gar nicht in getrennten Wandergruppen“, sagte Rekowski. In der Ökumene gehe es „nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Das ist die ökumenische Zukunftsperspektive“, unterstrich er. Ökumene sei keine Last, die man auch mal weglassen könne. Ökumene könne vielmehr entlasten durch den Dienst der Mitchristen, der Geschwister der anderen Konfession.

Vielerorts sei die Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Gemeinden sowie mit weiteren christlichen Konfessionen schon auf einem guten Weg. Mit dem Wegzeichen solle der Dialog weitergeführt und Ökumene zum selbstverständlich Alltag werden.

Zu Beginn hatte Bischof Ackermann ein Juiläumsgeschenk an Präses Rekowski überreicht: eine Abschrift der Evangelien in der Luther-Übersetzung von 1912. Das Evangeliar war im Vorfeld der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier entstanden, an der Vertreter der rheinischen Kirche teilgenommen hatten. Ein Roboter hatte ein Jahr lang vor dem Dom die Heilige Schrift abgeschrieben.



Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

"Paulinus"-Leserreisen 2018

"Paulinus"-Leserinnen und -Leser können sich 2018 freuen auf Reisen nach Irland und Portugal.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.



Video





Paulinus - Fuss: